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Einfach nur Billardspielen macht zwar Spass - die Leistung nachhaltig zu steigern bedeutet aber, sich neben dem Spiel auch dem Training zu widmen. Hat man die richtige Anleitung und weiss, was und wie man trainieren muss, dann kann man sein Spiel in kurzer Zeit massiv verbessern.

Die verschiedenen Aspekte des Poolbillards werden in mittlerweile zahlreichen Büchern behandelt - seien es Übungen, Tips und Tricks, ganze Trainingspläne; auch psychologische Bereiche bleiben nicht aussen vor. Doch seht selbst:

Ralph Eckert: modernes Pool

Der Klassiker der deutschen Poolbillardliteratur. Das Buch stellt einen umfangreichen Trainingskursus dar, der den Anfänger sowie den fortgeschrittenen Spieler addressiert, wie auch der Klappentext verdeutlicht:

267 Grafiken und über 45 Fotografien zeigen einfach und verständlich den Weg zum Erlernen des Pool-Billard-Spiels. Eine Anleitung zu Trainingsübungen ermöglichen das selbständige Lernen und die Selbstkontrolle bei fortgeschrittenen Spielern.

Nachdem Eckert kurz das Material, Regeln und Disziplinen des Poolbillards vorstellt, führt er den Leser einigermassen anschaulich in die Grundlagen wie Stand und Queueführung ein.

Danach folgt der Hauptteil des Buches, der Trainingskursus. Hier werden Ziele definiert und diskutiert, wie man diese am besten erreicht. Dazu stellt Eckert zahlreiche Übungen vor.

Ein weiteres Kapitel schildert dann typische Spielabläufe in den Disziplinen 14/1, Achtball und Neunball. Auch Varianten wie One Pocket und Zehnball finden Erwähnung. Abschliessend folgt ein Kapitel mit "kritischen Stössen", die allerdings eher schön und schwierig als nützlich sind.

Fazit:

Der Begriff "Standardwerk" ist sicher nicht zu hoch gegriffen, denn sowohl die Darstellung der Aufbaudiagramme als auch die schiere Anzahl der Übungen sind vorbildlich. Es wird sehr viel Wissen vermittelt - Anstosstheorie, Bandensysteme, Safes, Gruppeneinteilung, Breakballerstellung...

Bemängeln kann man vielleicht den aus meiner Sicht nicht konsequent durchgehaltenen Aufbau des Buches als Trainingskursus - man verliert bei den Zwischenkapiteln die Übersicht. Überdies weisen die oft hakeligen Formulierungen und einige Probleme mit der Orthografie Eckert nicht gerade als den Goethe der Billardspieler aus - schon der Fehler im Klappentext macht dies deutlich. Auch die Aufmachung des Buches, was Schriftwahl und Satz angeht, wirkt ein wenig amateurhaft.

Doch das sind banale Schwächen. An sich sollte jeder ambitionierte Spieler Zugang zu diesem Buch haben, etwa indem der Verein ein Exemplar erwirbt und damit das Training bereichert. Mein Tipp: noch heute bestellen:

Modernes Pool, Techniken und Training bei Amazon anschauen und bestellen.

Mittlerweile ist auch eine englische - und dabei erweiterte und aktualisierte - Ausgabe von "Modernes Pool" erschienen.

 

Ralph Eckert: Progressives Pool

In seinem zweiten Werk, Progressives Pool, hat Eckert den Fokus auf andere Aspekte gelegt: "Technisches, taktisches und mentales Poolbillard".

Das Buch richtet sich in erster Linie an solche Sportler, die den ersten Band, Modernes Pool, und natürlich den darin vorgestellten Trainingsablauf erfolgreich absolviert haben.

Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis: im ersten Kapitel werden in Ergänzung zum ersten Band einige technische Bemerkungen gemacht: Stosstechnik, Zieltechnik, Treffsicherheit, aber auch Banden- und Vorbandenspiel.

Kapitel 2 und 3 beleuchten psychologische und physiologische Gesichtspunkte des Sports im allgemeinen und des Billards im besonderen. Dort dreht sich alles um Entspannung, Gelassenheit, Angst und wie man damit umgeht: Tatkraft, Optimismus, Spielfreude, Automatik. Danach zeigt Eckert, wie wichtig körperliche Fitness und mentale Stärke für ein erfolgreiches Spiel sind.

In Kapitel 4 stellt Eckert Spielsituationen vor, in die man durch schlechtes Stellungsspiel oder gutes Safespiel des Gegners gerät und stellt Lösungsvarianten vor.

Kapitel 5 schliesslich führt 27 Spielvarianten ein, durch die man sein Training bereichern kann - oder die einfach nur Spaß machen sollen.

 

Fazit:

Der spröde Charme des Erstlingswerkes ist ein wenig dahin; dieses Buch kommt schon durchdachter und professioneller daher. Es ist, was technische Finessen, Tipps und Tricks angeht, eine echte Fundgrube, aber auch deutlich anspruchsvoller als Band 1. Insofern richtet es sich an den fortgeschrittenen und ambitionierten Spieler. Andererseits werden Anfänger gerade in mentaler Hinsicht viele Hilfestellungen finden - etwa was die Nervosität während des Wettkampfs angeht. Aus meiner Sicht eine gelungene Mischung.

Kapitel 4 ist klasse, es zeigt einem Lösungsvarianten, auf die man nicht so schnell gekommen wäre und versucht, die Erfolgswahrscheinlichkeit für einen fortgeschrittenen Spieler auch zu beziffern. Kapitel 5 ist ganz kurzweilig - sicherlich ist das eine oder andere Spiel eine sinnvolle Abwechslung im Trainingsplan.

Durch das gesamte Werk ziehen sich sehr kurze Anekdoten und kleine Fotos zu den Grössen im internationalen Billardsport, die in dem laufenden Text untergebracht sind - eine gute Idee, die sehr unterhaltsam ist uns das Werk klar bereichert.

Progressives Pool "Technisches, taktisches und mentales Poolbillard ist bei Amazon endlich wieder lieferbar!

Detlef Lührig: Billard - Psyche

Ein leider immer noch selten anzutreffendes Konzept verfolgt das Werk Billard - Psyche: Psychologie als Erfolgstreiber im Billardsport - denn es ist kostenlos als E-Book erhältlich.

Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis mutet zuerst etwas befremdlich an. Es tauchen dort Kapitel wie "Beim Spielen das Denken ausschalten", "Die Entdeckung von Selbst 1 und Selbst 2" und noch weitere, nicht weniger esoterisch klingende Bezeichnungen auf.

Doch diese Esoterik verfliegt bei der Lektüre schnell, denn es geht ziemlich konkret zu. Der Autor versucht, das bekannte Phänomen des "Laufs", also einer unbewussten Spielweise, während derer praktisch alles wie von selbst zu gelingen scheint, durch die Einführung eines Selbst 1, dem Bestimmer, und eines Selbst 2, dem Macher, zu erklären - und das recht überzeugend.

Es gelingt dem Autor, der das Buch in wesentlichen Teilen aus "The Inner Game of Tennis" von W. Timothy Gallwey" ableitet, viele Verhaltensweisen - etwa das Herumlamentieren à la "Heute ist nicht mein Tag", "Den konnte ich noch nie" usw. - als albern und unbegründet, sogar als sehr kontraproduktiv zu entlarven.

Er leitet konkrete Vorgehensweisen und Tips her, wie man gegen diese Schwächen vorgehen und eigene inhärente Stärken zur Entfaltung bringen kann.

Fazit:

Nach ersten Zweifeln bin ich doch davon überzeugt, dass die Lektüre dieses Buches vielen Spielern und insbesondere auch Trainern einige wertvolle Anregungen geben kann. Da man das Buch kostenlos downloaden kann, sollte jeder Billardspieler wenigstens mal einen Blick riskieren.

"Detlef Lührig: Billard - Psyche" downloaden